Das Frühwerk von Gerhard Polt über die Entmietung der Schwabinger Amalienstraße in den 70er Jahren als Live Hörspiel im Neukölln der Gegenwart. Amalie statt Karl Marx. Gulaschsuppe statt Currywurst. Bayern statt Berlin. Und trotzdem kommt’s einem erschreckend bekannt vor.
Spekulanten, Kneipengänger, Politiker und Kriegerwitwen bis hin zum »Herrn Tschabobo aus Tschurangrati« kommen hier zu Wort. In einem leergekündigten Haus treffen die letzten Mieter aufeinander und wundern sich über die Gentrifizierung in München, die damals noch nicht so hieß und der heute in Berlin und Hamburg so angeregt nachgeeifert wird.
“Aha man soll also verschwinden – ä – man soll sich vertrollen – ja – ich verstehe das – aber leider geht das nicht so leicht – weil man ist ja immer noch da – nicht wahr”
Salome Dastmalchi studierte von 2002 bis 2006 an der Hochschule der Künste in Bern Schauspiel. Sie tourte ein Jahr lang mit dem Tanztheaterstück “Return to Sender” von Helena Waldmann und war auf Festivals in Indien, Sri Lanka, Kenia, Ägypten und Afghanistan zu sehen. 2010 spielte sie u.a. in einer Basler Inszenierung von Lars Noréns “Dämonen”, “Die Fozen” am Ballhaus Ost und in “Das blaue, blaue Meer” am Heimathafen Neukölln. Im selben Jahr debütierte sie als Autorin und Regisseurin am HAU 3 mit ihrem Stück “Mein Herz ist voller Hass – und das liebe ich” und wurde damit auf Festivals nach Köln und Frankfurt/Oder eingeladen. 2012 war sie in „Bloodshed in Divercity” am Ballhaus Naunynstraße zu sehen, wo sie auch im Herbst ihr neues Stück inszenieren wird.
Theresa Hanich wurde 1983 in Starnberg geboren und lebt in München. Bereits während ihrer Ausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule wurde sie Teil des Jungen Schauspiel Ensembles München und spielt seitdem unter anderem die Sophie Scholl in „Die weiße Rose – Aus den Archiven des Terrors“ und die Gusti in Schnitzlers „Spiel der Sommerlüfte“. 2010 gründete sie mit Kollegen das „Theater Stückwerk“, mit dem sie eigene Produktionen verwirklicht, die immer ein zeitaktuelles politisches Thema zur Grundlage haben. Theresa ist viel auf Tour in Deutschland, Österreich und der Schweiz und stellt sich im Rahmen des STORY Festivals erstmals dem Berliner Publikum vor.
Jakob Schreier wurde 1986 in München geboren und lebt dort seither. Im Rahmen seines Philosophiestudiums arbeitete er unter anderem als Partyzeltmonteur, Baumkontrolleur, Touristenführer und Eiskunstlaufbahnaufseher. Seine humoristische Karriere führte ihn als Stand-Up-Comedian nach New York und als Gagschreiber nach Köln. Seit 2011 studiert er Drehbuch an der Filmhochschule in München.
Okin Cznupolowsky Seine Texte sind zuckersüße Poesie, und wenn sie, wie ab und an, den performativen Wutausbruch in der Abhandlung tagesaktueller Probleme streifen, dann ist seine Kritik beißend. Opulente Mini-Rock-Operetten wie „Die Katy Perry vom Nockherberg” oder musique-concrète-Kram wie „München ist die Vorhölle” sind ein flotter Gegenentwurf zum reaktionären Sheikeria-dancefloor oder dem immer-müden Hofbräugraus-alltags-Fox-Trott. Bei ‘Als wenn man ein Dachs wär in seinem Bau’ übernimmt er die musikalische Leitung und reist dafür extra nach Berlin.
Eva Schuderer kommt aus München und lebt in Berlin. Auf ein Studium der Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften in Konstanz und Krakau folgte ein Masterstudium der Angewandten Literaturwissenschaft in Berlin. Nach diversen Theaterprojekten in Konstanz, landete sie in Berlin am Heimathafen Neukölln, wo sie bei der Produktion Das blaue, blaue Meer assistierte und im Rahmen des Literaturfestivals STORY die szenischen Lesungen Vielen Dank für das Geschickte und Überall, nur nicht auf dieser Welt entwarf und einrichtete.

